Gregorianischer Choral

1. Definition
2. Literatur


Gregorianischer Choral (Gregorianik, Plainchant, Cantus planus) - 
das ist der einstimmige, unbegleitete, liturgische, d.h. gottesdienstliche Gesang der christlichen Kirche des Abendlandes in der lateinischen Originalsprache. Im engeren Sinne versteht man unter dem Begriff die Gesänge, die in den Quellen des 10. bis 12. Jh. überliefert wurden. 
Der Gregorianische  Choral ist zugleich die älteste schriftlich überlieferte Musik West- und Mitteleuropas. Der Kernbestand des Repertoires wurde in der zweiten Hälfte des 8. Jh. aus Rom ins Frankenreich übertragen. Dass dabei eine stärkere Umarbeitung der Melodien stattgefunden hat, haben neuere Untersuchungen unwahrscheinlich gemacht.
Der Name bezieht sich auf Papst Gregor den Großen (- 604), er wurde aber erst nach 800 gebräuchlich.


Literatur zum Gregorianischen Choral

Allgemeine Einführungen, Geschichte:
* H. Möller, R. Stephan (Hg.),"Die Musik des Mittelalters", in C.Dahlhaus, (Hg.),"Neues Hdb. d. Musikwissenschaft", Bd.2, Laaber, 1991;  mit vielen Literaturangaben!
*Bernhard K. Gröbler,    Einführung in den Gregorianischen Choral,   2. Auflage, Jena 2005,   114 S. Text,  60 S. Abb. und Tabellen.    ISBN 3-938203-09-9
* David Hiley, "Western Plainchant", Oxford 1997
* Huglo, Michel et al., Die Lehre vom Einstimmigen Liturgischen Gesang, in: Thomas Ertelt et al., Hg., Gesch. der Musiktheorie, Bd. 4, Darmstadt 2000

* T. Kohlhase, G. M. Paucker, "Bibliographie Gregorianischer Choral", in: "Beiträge zur Gregorianik", Regensburg, 1990.
 Dto. Addenda I, 1993
* Robert Taft, "The Liturgy of the Hours in East and West", Collegeville, Minn. 1986
* Chr. Albrecht, "Einführung in die Liturgik", Berlin, 1970
* K. G. Fellerer, "Geschichte der katholischen Kirchenmusik"
* H. A. J. Wegmann, Geschichte der Liturgie im Osten und Westen, Regensburg 1979,

Neumenkunde, Semiologie:
* B. Stäblein, "Schriftbild der einstimmigen Musik", in W. Bachmann (Hg.), "Musikgeschichte in Bildern", Bd. III, Lfg. 4, Leipzig, 1975
* E. Cardine, "Semiologie Grégorienne", Solesmes, 1970, ISBN 2-85274-020-6
* L. Agustoni, J. B. Göschl, "Einführung in die Interpretation des  Gregorianischen Chorals", Regensburg, 1987
* F. Rampi, M. Lattanzi, "Manuale di canto gregoriano", Milano, 1991
* S. Corbin, "Die Neumen", In: W. Arlt (Hrsg.), "Paleographie der Musik", Bd. 1, Fasz. 3, Köln, 1977

Neu:
* Zur Virga strata in den Antiphonen des Officium, Digitale Bibliothek Thüringen 2010, http://www.db-thueringen.de/servlets/DocumentServlet?id=15283
* Oriscusneumen in vier der ältesten bekannten Handschriften des Antiphonale unter besonderer Berücksichtigung des Breviariums Leipzig Rep. I 93, Digitale Bibliothek Thüringen 2010,
http://www.db-thueringen.de/servlets/DocumentServlet?id=17983


Moderne Ausgaben des Chorals:
* Graduale Triplex, Paris / Tournai, 1979
* Liber Usualis Missae et Officii, Tournai , 1953
* Antiphonale Monasticum, Tournai, 1934
* Offertoriale Triplex cum Versiculis, Solesmes, 1985
* Psalterium Monasticum, Solesmes, 1981

* Antiphonale Monasticum I, Solesmes, 2005

* Antiphonale Monasticum II, Solesmes, 2006

* Antiphonale Monasticum III, Solesmes, 2007

Quellen als Faksimile:
* Paléographie musicale, Bde. I - XX, Solesmes/ Tournai/ Bern, seit 1889

Inzwischen gibt es zahlreiche weiterte Quelleneditionen, deren Daten man unschwer im Internet findet, aber auch hervorragende online-Faksimiles, z.B. http://www.cesg.unifr.ch/de/index.htm

Periodica:
 "Beiträge zur Gregorianik", Regensburg,  erscheint halbjährlich
 "Die Musikforschung"
 "Zeitschrift für Musikwissenschaft"
 "Études grégoriennes"
 "Archiv für Musikwissenschaft"

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